„Wir entwickeln eine Vision“ – 2. Netzwerktreffen am 26.11.2015 in Köln

Am 26. November fand das zweite Treffen des Netzwerks „Inklusiv unterwegs – Initiative Inklusives Kinder- und Jugendreisen in NRW“ in den neuen Räumen der Bildungswerkstatt an der TH Köln statt. Wieder versammelten sich rund 30 unterschiedliche Akteure des Kinder- und Jugendreisens aus der Jugendarbeit, der Jugendverbandsarbeit, der Behindertenhilfe, von Kommunen, Unterkünften, Selbstvertretungen sowie freien wie kommerziellen Reiseveranstaltern.

DSC_0012Im Mittelpunkt des ersten Teils des Netzwerktreffens stand unter dem Titel „Viele Köpfe, viele Erfahrungen, ein Netzwerk“ der Austausch zwischen den Anwesenden in einem Worldcafé. In drei Durchgängen lernten sich die Akteure anhand von Leitfragen besser kennen und diskutierten aktuelle Fragen und Themen rund um das inklusive Kinder- und Jugendreisen, wie beispielsweise: Wie können bisher nicht erreichte Zielgruppen für inklusive Kinder- und Jugendreisen gewonnen werden? Wie lassen sich die in ersten Projekten erarbeiteten Ergebnisse und Entwicklungen ins „Tagesgeschäft“ integrieren, wie wird aus den Veränderungen Routine? Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Geflüchteten für die konkrete praktische Arbeit, die Förderstrukturen und den Inklusionsdiskurs? Ergebnis der rege geführten Diskussion war die Übereinkunft, „eine gemeinsame Vision für inklusives Kinder- und Jugendreisen zu entwickeln“. In den kommenden Netzwerktreffen werden die Netzwerkakteure gemeinsam an einer modellhaften Reise arbeiten, anhand derer bisherige Erfahrungen und bestehendes Wissen im Feld des inklusiven Kinder- und Jugendreisens systematisiert und gebündelt , konkrete Fragen identifiziert und bearbeitet sowie Rahmen- und Gelingensbedingungen formuliert werden können. Ziel ist es, die Ergebnisse der Arbeit an der Modellreise zu einem späteren Zeitpunkt einem breiten Fachpublikum zu präsentieren und auf diese Weise den Diskurs um Inklusion im pädagogischen Kinder- und Jugendreisen weiter voranzutreiben.

Den zweiten Teil des Netzwerktreffens gestalteten die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Austausch zwischen Behindertenhilfe und Jugendarbeit“. Der Arbeitskreis hatte bisher zwei Mal in Köln getagt, um an der ersten Fassung eines Positionspapiers als Impuls für die Reflexion der eigenen Arbeit von Akteuren, als Zusammenfassung von Empfehlungen und als Argumentationsgrundlage für Forderungen zu arbeiten. Der erste Teil dieses Papiers ist die Formulierung eines „Selbstverständnisses“: Was ist „inklusives Kinder- und Jugendreisen“, was zeichnet das Arbeitsfeld aus, wo verortet es sich? Im Zentrum steht dabei die Klärung von Begriffen und Beschreibung aktueller Herausforderungen des Kinder- und Jugendreisens. Anschließend an die im Arbeitskreis angestoßenen Diskussionen arbeiteten die Netzwerkakteure in vier Gruppen an den zentralen Begriffen „Partizipation“, „Subjektorientierung“, „Freiwilligkeit“ und „Empowerment“ mit dem Ziel, ein gemeinsames Verständnis dieser Begriffe zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und dort weiter diskutiert. Beim nächsten Treffen des Arbeitskreises werden die Erkenntnisse aus den Diskussionen in die Weiterarbeit einfließen. Den Abschluss des Netzwerktreffens bildete die Gründung eines Arbeitskreises „Öffentlichkeitsarbeit“. Der Arbeitskreis wird sich Fragen beispielsweise folgenden Fragen widmen: Wie können inklusive Reisen beworben werden? Wie kann die Bildgestaltung bei Infobroschüren, Flyern, etc. umgesetzt werden?

Das Netzwerk „Inklusiv unterwegs – Initiative Inklusive Kinder- und Jugendreisen in NRW“ nahm seine Arbeit im März 2015 auf und bietet unterschiedlichen Akteure im Feld des pädagogischen Kinder- und Jugendreisens in NRW eine Plattform für den gemeinsamen und themenorientierten Austausch. Das Netzwerkprojekt wird vom Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung (www.nonformalebildung.de) der TH Köln unter Leitung von Prof. Dr. Andrea Platte und Prof. Dr. Andreas Thimmel koordiniert und wissenschaftlich begleitet. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre von November 2014 bis September 2017.

Nach wie vor ist das Netzwerk für neue Akteure offen. Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit Stefanie Vogt (stefanie.vogt@th-koeln.de, Tel.: 0221 8275 3688) in Verbindung.

 

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