„Inklusives Kinder- und Jugendreisen – Empirische Einblicke und praktische Perspektiven“: 2. öffentliches Fachforum am 31. Januar 2017 an der TH Köln

 Rund 40 Praktiker*innen der Behindertenhilfe und Jugendarbeit, Vertreter*innen von Unterkünften und Kommunen sowie weitere Akteure des Kinder- und Jugendreisens nutzten die Gelegenheit zur Diskussion und zum gegenseitigen Austausch im Rahmen des 2. Fachforums des Projektes „Inklusiv unterwegs – Initiative inklusives Kinder- und Jugendreisen in NRW“ am 31. Januar 2017 an der TH Köln. Das Fachforum stand diesmal unter dem Motto „Empirische Einblicke und praktische Perspektiven“ und bot den Tagungsteilnehmer*innen ein buntes Programm aus wissenschaftlichen Einblicken in inklusive Kinder- und Jugendreisen und praktischen Workshops.

Nach der Begrüßung durch die Projektleitungen Prof. Dr. Andrea Platte und Prof. Dr. Andreas Thimmel sowie Andreas Rosellen als Koordinator des Fachkräftepools NRW wurden inklusive  Kinder- und Jugendreisen zunächst empirisch unter die Lupe genommen. Judith Dubiski vom Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung der TH Köln stellte erste Teilergebnisse aus teilnehmenden Beobachtungen vor, die im Rahmen von zwei inklusiven Reisen im Sommer 2016 durchgeführt wurden. In den drei daran anschließenden Arbeitsgruppen hatten die  Tagungsteilnehmenden nochmals Gelegenheit Aspekte des Gehörten aufzugreifen und zu diskutieren sowie sich zu darüber hinausgehenden Fragestellungen auszutauschen.

Am Nachmittag stand in drei Workshops die Praxis des inklusiven Kinder- und Jugendreisens im Mittelpunkt. Im Workshop „Mit inklusiven Teams auf Reisen gehen“ diskutierten Eva Beeres-Fischer und Thorsten Schlüter vom Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen zur Frage, wie es im Rahmen von inklusiven Kinder- und Jugendreisen gelingen kann, auch die Zusammensetzung des Teams inklusiv zu gestalten.

Der Workshop „Mit Improvisation auf Reisen in neue Rollen“, durchgeführt von Annina Frangenberg und Nina Engelbert des inklusiven Theaters Bergisch Gladbach, bot den Teilnehmenden ganz praktische Einblicke in die Methoden der inklusiven Theaterarbeit, die direkt vor Ort ausprobiert werden konnten. Dem Thema „Inklusive Gruppenspiele im Rahmen von Ferienfreizeiten“ widmeten sich Julian Goll und Richard Kunkel von indiwi e.V. aus Berlin. Der Workshop zielte darauf ab, für Verschiedenheit in Gruppen zu sensibilisieren und die Basis dafür zu schaffen, zukünftig selbst Spiele durch eine »inklusive Brille« betrachten und planen zu können.

Im gemeinsamen Rückblick und Ausblick wurden die Ergebnisse des Tages gebündelt. Allgemeines Fazit war, dass die fachliche Diskussion um inklusives Kinder- und Jugendreisen weitergeführt werden muss und hierfür der intensive Austausch zwischen den Akteuren ein wichtiger Baustein hin zur Entwicklung inklusiver Strukturen und Konzepte sowie zum Auf- und Ausbau von Kooperationen zwischen Behindertenhilfe und Jugendarbeit eine grundlegende Voraussetzung ist.

Hieran setzt das Netzwerkprojekt „Inklusiv unterwegs – Initiative inklusives Kinder- und Jugendreisen in NRW“ an, indem es den unterschiedlichen Akteuren im Feld des pädagogischen Kinder- und Jugendreisens in NRW eine Plattform für den gemeinsamen und themenorientierten Austausch bietet. Das Netzwerkprojekt wird vom Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung (www.nonformalebildung.de) der TH Köln unter Leitung von Prof. Dr. Andrea Platte und Prof. Dr. Andreas Thimmel koordiniert und wissenschaftlich begleitet und durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre von November 2014 bis September 2017.

 

Related Posts