Das Netzwerk „Inklusiv Unterwegs – Initiative inklusives Kinder- und Jugendreisen in NRW“ gründet sich – Auftaktveranstaltung am 04. März 2015 in Köln

Am 04. März trafen an der TH Köln rund 30 Fachkräfte des pädagogischen Kinder- und Jugendreisens aus der Behindertenhilfe, der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit sowie Vertreter*innen von Kommunen, Unterkünften sowie freien und kommerziellen Reiseveranstaltern zusammen, um gemeinsam das Netzwerk „Inklusiv Unterwegs – Initiative inklusives Kinder- und Jugendreisen in NRW“ zu gründen.

DSC_0022Nach der Begrüßung der künftigen Netzwerkakteure durch die Projektleitung Prof. Dr. Andrea Platte und Prof. Dr. Andreas Thimmel vom Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung der TH Köln sowie die Projektmitarbeiterinnen Judith Dubiski und Stefanie Vogt beleuchteten Prof. Dr. Platte und Prof. Dr. Thimmel in einem dialogischen Vortrag den Begriff Inklusion im Kontext des pädagogischen Kinder- und Jugendreisens. In der anschließenden Diskussion entwickelten die Anwesenden auf Grundlage des Vortrag eine gemeinsame Verständigungsbasis für das Netzwerk. Judith Dubiski ging nachfolgend auf den Entstehungskontext sowie die Bausteine und Ziele des Projektes ein, gefolgt von Andreas Rosellen, Projektmitarbeiten bei transfer e.V. in Köln, der ergänzend hierzu den „Fachkräftepool“ vorstellte. Der Fachkräftepool, welcher parallel zum Netzwerkprojekt aufgebaut wird und eng mit der „Initiative inklusives Kinder- und Jugendreisen in NRW“ kooperiert, bietet Trägern und Durchführenden von inklusiven Kinder- und Jugendreiseangeboten Einzelberatungen an und begleitet sie dabei, ein „inklusives Profil“ zu entwickeln. Untern dem Stichwort „Inklusives Kinder- und Jugendreisen: Chancen, Hindernisse, Fragen und Themen?“ tauschten sich die Netzwerkakteure nach dem Mittagessen in zufällig zusammengestellten Kleingruppen zu aktuellen Fragen, Themen, Herausforderungen des inklusiven pädagogischen Kinder- und Jugendreisens aus und identifizierten erste Themen, die in den kommenden Netzwerktreffen weiterfolgt werden sollen. Themen waren u.a.: Austausch zwischen Behindertenhilfe und Jugendarbeit zu den unterschiedlichen Perspektiven auf Kinder- und Jugendreisen, Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation und Vernetzung, Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung, Haupt- und ehrenamtliche Teamer*innen, Perspektive der Kinder und Jugendlichen, konzeptionelle und strukturelle Konsequenzen von Inklusion. In einer zweiten Gruppenphase formulierten die Netzwerkmitglieder, welche Ziele das Netzwerk sich selbst setzten will, welche Rollen die Beteiligten haben und wie die möglichen Arbeitsformen ausgestaltet und genutzt werden können. Dabei wurde deutlich, dass das Netzwerk einerseits Raum für Austausch und Kooperation zwischen den Beteiligten bietet, andererseits ein Instrument zur politischen Artikulation sein kann. Den Abschluss des Tages bildete die Gründung eines ersten Arbeitskreises zum Thema „Austausch zwischen Behindertenhilfe und Jugendarbeit/ Entwicklung von Standards“.

Das Netzwerkprojekt „Inklusiv Unterwegs – Initiative inklusives Kinder- und Jugendreisen in NRW“ hat eine Laufzeit von drei Jahren (2014 bis 2017) und wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert. Es wird vom Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung der TH Köln koordiniert und wissenschaftlich begleitet. Ziel des Projektes ist, durch die gemeinsame Arbeit im Netzwerk

  • den unterschiedlichen Akteuren im Feld des pädagogischen Kinder- und Jugendreisens in NRW eine Plattform für den gemeinsamen und themenorientierten Austausch zu bieten.
  • bisherige Erfahrungen und bestehendes Wissen im Feld des inklusiven Kinder- und Jugendreisens zu bündeln, zu analysieren und zu systematisieren und so die Praxisentwicklung voranzutreiben.
  • die unterschiedlichen Perspektiven der verschiedenen Akteure zu verknüpfen, übergreifende Fragestellungen zu identifizieren und diese gemeinsam im Netzwerk oder in kleineren Arbeitsgruppen zu bearbeiten.
  • den Fachdiskurs zu Inklusion im pädagogischen Kinder- und Jugendreisen weiterzuentwickeln und eine höhere öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema zu erreichen.

Das Herzstück des Projektes bildet das Netzwerk, dessen Hauptbausteine Netzwerktreffen und Arbeitskreise bilden. Pro Jahr finden zwei eintägige Netzwerktreffen statt. Der Schwerpunkt dieser Netzwerktreffen liegt auf dem Austausch der Netzwerkmitglieder und der Identifizierung von gemeinsamen Themen und Fragestellungen. Die einzelnen Netzwerktreffen verfolgen jeweils einen inhaltlichen Schwerpunkt, den die Mitglieder des Netzwerks selbst festlegen. Aus dem Netzwerk sollen sich themenorientierte Arbeitskreise bilden, in denen Netzwerk-mitglieder in einem kleineren Kreis intensiv an spezifischen Themen und Fragestellungen arbeiten können. Die Ergebnisse der Arbeitskreise werden ins gesamte Netzwerk zurück getragen. Um die Arbeit des Netzwerks und seiner Mitglieder einer breiteren (Fach-)Öffentlichkeit vorzustellen, werden einmal jährlich Fachforen veranstaltet. Hier werden Themen und Arbeitsergebnisse des Netzwerks sowie der wissenschaftlichen Begleitung präsentiert und mit Interessierten aus Praxis und Wissenschaft diskutiert. Die wissenschaftliche Begleitung systematisiert Handlungswissen und Erfahrungen aus dem Netzwerk und den Arbeitsgruppen und ordnet diese in den wissenschaftlichen Fachdiskurs ein. Darüber hinaus werden praxisrelevante Forschungsfragen bearbeitet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse ins Netzwerk zurückgegeben und dort diskutiert.

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