„Inklusives Kinder- und Jugendreisen – Kinder- und Jugendreisen als Freizeit- und Bildungsort für alle Kinder und Jugendlichen“ Öffentliches Fachforum am 28. Januar 2016, TH Köln

„Was bedeutet ‚Inklusion’ für den Bereich des pädagogischen Kinder- und Jugendreisens? Wie können Kinder- und Jugendreisen inklusiv gestaltet werden? Wie können Kinder- und Jugendreisen zu einem Bildungs- und Freizeitort für alle Kinder und Jugendlichen werden?“ – mit diesen Fragen beschäftige sich das Fachforum „Inklusives Kinder- und Jugendreisen – Kinder- und Jugendreisen als Freizeit- und Bildungsort für alle Kinder und Jugendlichen“ am 28. Januar an der TH Köln. Rund 50 Fachkräfte des Kinder- und Jugendreisens, Praktiker*innen der Behindertenhilfe und Jugendarbeit und Wissenschaftler*innen nutzen die Gelegenheit Kinder- und Jugendreisen als wichtigen Bildungs- und Freizeitort aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren und in den gegenseitigen Austausch zu gehen.

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Nach der Begrüßung durch den Projektleiter Prof. Dr. Andreas Thimmel und eine Einführung in den Tag durch Prof. Dr. Matthias Otten wurde das pädagogische Kinder- und Jugendreisen in drei Impulsvortragen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Prof. Dr. Marion Felder (Hochschule Koblenz) beschäftigte sich aus Sicht der Rehabilitationswissenschaften mit den Möglichkeiten und Grenzen von inklusiven Kinder- und Jugendreisen. Jana Pieper (Universität Duisburg-Essen) gab einen Überblick über das Kinder- und Jugendreisen als Teil von Jugendarbeit und fokussierte den Umgang mit Diversität aus Sicht der Jugendarbeit. Judith Dubiski (TH Köln) verknüpfte die beiden Perspektiven, indem sie Erkenntnisse aus dem Modellprojekt „Inklusion in der Jugendförderung“ präsentierte und mögliche (Kooperations-)Modelle für inklusive Reisen vorstellte. Im anschließenden Worldcafé diskutierten die Tagungsteilnehmenden das Gehörte an verschiedenen Tischen gemeinsam mit den Referentinnen sowie Ina Hasselbach (Jugendhaus Sürth/ miteinander leben e.V.), einer erfahrenen Praktikerin des inklusiven Kinder- und Jugendreisens.

Am Nachmittag stand in vier Workshops die Praxis des inklusiven Kinder- und Jugendreisens im Mittelpunkt. Im Workshop „Talk im Forum – Praktische Tipps und Erfahrungen zum Thema inklusives Kinder- und Jugendreisen“ tauschten sich die Tagungsbesucher*innen mit Eva Beeres-Fischer (Ev. Jugendbildungsstätte Nordwalde) und Judith Dubiski (TH Köln) anhand vieler praktischer Beispiele aus langjähriger Reiseerfahrung innerhalb Deutschlands, Europas und über die europäischen Grenzen hinaus über inklusive Reisen aus und erhielten von den Refernt*innen praktische Tipps und Hilfestellungen. Der Workshop „Möglichkeiten der Evaluation von inklusiven Kinder- und Jugendreisen“, durchgeführt von Klaus-Martin Ellerbrock (Referent im Amt für Jugendarbeit der EKiR) bot den Teilnehmenden einen kurzen Einblick in die bisherige Evaluationspraxis der Evangelischen Freizeitmaßnahmen in NRWIMG_1928. Daran anschließend erörterten die Teilnehmenden anhand von bestehenden Fragebögen in einer Methodendiskussion die (Un)Möglichkeiten der Erfassung von inklusiver Wirklichkeit im Handlungsfeld Kinder- und Jugendreisen. Welche Gelingensbedingungen inklusive Kinder- und Jugendreisen brauchen und welche Faktoren für das Gelingen ausschlaggebend sind, beleuchtete Guido Frank (BAG Katholisches Jugendreisen) im Workshop „Grenzen von Inklusion bei Reisen für Kinder- und Jugendliche?!“. Dem Thema „Öffentlichkeitsarbeit für inklusive Ferienfreizeiten“ widmeten sich Julia Radder und Julian Salzsieder (feeria – Das Ferienerlebnis für alle) anhand von praktischen Beispielen. Im gemeinsamen Rückblick und Ausblick wurden die Ergebnisse des Tages gebündelt. Gemeinsames Fazit war, dass die fachliche Diskussion um inklusives Kinder- und Jugendreisen weitergeführt werden muss und hierfür der intensive Austausch zwischen den Akteuren ein wichtiger Baustein hin zur Entwicklung inklusiver Strukturen und Konzepte sowie zum Auf- und Ausbau von Kooperationen zwischen Behindertenhilfe und Jugendarbeit eine grundlegende Voraussetzung ist.

Hieran setzt das Netzwerkprojekt „Inklusiv unterwegs – Initiative Inklusive Kinder- und Jugendreisen in NRW“ an, indem es den unterschiedlichen Akteure im Feld des pädagogischen Kinder- und Jugendreisens in NRW eine Plattform für den gemeinsamen und themenorientierten Austausch bietet. Das Netzwerkprojekt wird vom Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung (www.nonformalebildung.de) der TH Köln unter Leitung von Prof. Dr. Andrea Platte und Prof. Dr. Andreas Thimmel koordiniert und wissenschaftlich begleitet und durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre von November 2014 bis September 2017.

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